Wer entdeckt den Freund?

Wer genau hinschaut, findet auf der ROTEN WAND unseren Freund und KOALITONÄR Rüdiger Scholz, der sich im Geißbockheim verewigt hat. Das Bild hier stammt aus dem neuen Fan-Katalog 2016 – 2017.

KOALITION RUT-WIESS_Rote Wand_Rüdiger Scholz

Bis zum 31. August kann man sich unter http://www.fc-fanshop.de/fanwand/ anmelden, verewigen und die damit Jugendarbeit des FC unterstützen!

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„Wir haben lange zugeschaut. Jetzt müssen wir handeln!“

KOLUMNE in der Rheinische Post von Eva Quadbeck, 9. August 2016

Berliner Republik: Der Bundestag hat zehn Fußball-Fanclubs

Wer immer dachte, im Bundestag würden vor allem Gesetze gemacht, der hat noch nie was von „Rut-Wiess“ oder den „Fohlen des Bundestags“ gehört. Die wirklich wichtigen Themen besprechen die Fanclubs des Bundestags.
Während normalerweise im Bundestag um jede Minute Redezeit gefeilscht wird, werden die Abgeordneten stets wortkarg, wenn die Fußball-Nationalmannschaft bei großen Turnieren spielt. Dann gibt man seine sonst so bahnbrechende Rede auch gerne mal nur zu Protokoll.

Die Zahl der leidenschaftlichen Fußballfans im Bundestag ist groß. 221 der 631 Abgeordneten sind in Bundesliga-Fanclubs organisiert. Diese Kultur ist noch jung. Den ersten Fanclub gründete der Grünen-Außenpolitik-Experte Omid Nouripour, der Eintracht-Frankfurt-Anhänger ist. 25 Bundestagsabgeordnete sind bei seinen „Bundesadlern“ organisiert. Nouripours Anhängerschaft geht sogar so weit, dass sich der Hesse auf seinen Wahlplakaten für „Frieden und Eintracht“ ausspricht.

Fanclubs für die Borussia und den FC

Als im September 2015 eine E-Mail an alle Abgeordneten ging, dass im Bundestag ein Fanclub für Borussia Mönchengladbach gegründet werden soll, sah sich wiederum der hessische Abgeordnete Michael Brand (CDU) zum Handeln veranlasst. Der Menschrechtsexperte ist eingefleischter Fan des 1. FC Köln. Scherzend im Ton, ernst in der Sache schrieb er an den Präsidenten des Effzeh Köln, Werner Spinner: „Wir haben lange zugeschaut. Jetzt müssen wir handeln!“ Daraufhin gründete er die „Koalition Rut-Wiess“, der bislang 31 Abgeordnete beitraten. Die Mönchengladbacher „Fohlen des Bundestags“ haben 13 Abgeordnete als Mitglieder.

Die meisten Fanclubs nehmen auch externe Gesinnungsgenossen auf und führen ein reges Gemeinschaftsleben mit gemeinsamen Spielbesuchen. Schon vor Gründung der Clubs waren die parlamentarischen Fußballfans eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich am Wochenende per SMS über Spielergebnisse auf dem Laufenden hielt.

Größter Fanclub für die Bayern

Den größten Bundesliga-Fanclub haben – na? – natürlich die Bayern. Deren „Berliner Fraktion“ zählt 60 Abgeordnete. „Bayern-Fan kann jeder“, sagt dazu FC-Fan Michael Brand, der sich sorgfältig ein Schreiben von Eintracht-Anhänger Nouripour verwahrt. Der Grüne schrieb dem CDU-Mann zur Gründung von „Rut-Wiess“ ausgesprochen freundliche Zeilen: „Was uns verbindet, ist die Leidenschaft für einen Club, der seinen Fans große Leidensfähigkeit abverlangt.“

Fanclubs haben im Bundestag auch noch Borussia Dortmund, der 1. FC Kaiserslautern, der VfB Stuttgart, Werder Bremen, Schalke 04 und Hertha BSC. Mit bislang acht Bundestagsabgeordneten als Mitglied hat Hertha den kleinsten Bundestag-Fanclub.